Geistesblitz beim Joggen
Regelmäßige körperliche Aktivitäten, im Grunde ist es egal, welcher Sportart man den Vorzug gibt, regt nicht nur die Gehirnzellen zur Produktivität an, sondern reinigt unser Gehirn vor allem von den lähmenden Ballaststoffen. Es kann dank Bewegung wieder besser arbeiten! Das ist vielleicht mit einer der Gründe, warum so viele Menschen behaupten, beim Wandern, Laufen, Rad fahren etc. kämen ihnen die besten Ideen. Man weiss heute, dass jene Gehirnregionen, die das Gehen kontrollieren, neben denen liegen, welche die Denkprozesse steuern. Wer sich also regelmäßig bewegt, versorgt sein Gehirn mit 100 Prozent mehr Sauerstoff, erhöht seine Leistungsfähigkeit und Konzentration. Durch Laufen nehmen die Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen zu, gleichzeitig schärfen Botenstoffe das Gedächtnis und verbessern unser Lernvermögen. Möglicherweise spielt hier der im Blut nachweisbare, für das Wachstum von Nervenzellen sowie die Neuverschaltung von Nervenverbindungen zuständige Nervenwachstums-Faktor BDNF (Brain Derived Neurotrophic Factor) als körpereigene Substanz eine Rolle.
Wer rastet rostet
Wer also etwas für sein Gedächtnis tun möchte, sollte neben Denksportaufgaben auch die Laufschuhe anziehen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Neurowissenschaftler haben nachgewiesen, dass selbst bei älteren, untrainierten Menschen bereits eine dreimonatige sportliche Trainingsphase genügt, um "die Mechanik" im Gehirn zu verbessern.
Wie viel Sport darf sein?
Es konnte nachgewiesen werden, dass bereits ein sechswöchiges Lauftraining nicht nur das visuell-räumliche Gedächtnis verbessert, sondern auch Stimmung und Konzentrationsfähigkeit gesteigert werden. Die Frage, wie viel Sport denn sein müsste, um die Gehirnaktivität zu fördern, wird derzeit intensiv von verschiedenen Sportmedizinern erforscht. Ob mehr Sport auch wirklich mehr Gehirnleistung bringt, ob es gar bestimmte Sportarten gibt, welche die Leistung unserer grauen Zellen optimal fördern könnten, weiß bislang jedoch niemand genau zu sagen. Professor Heiko Strüder von der Kölner Sporthochschule: "Sie müssen keineswegs einen Marathon absolvieren. Es reicht völlig, aus wenn man zweimal oder dreimal pro Woche einen zügigen Spaziergang absolviert, auch das wirkt sich schon positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus." Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie weist sogar nach, dass ausreichende Bewegung dazu beiträgt, sich auch in älteren Jahren noch jung zu fühlen. Wer rund dreieinhalb Stunden pro Woche sportlich aktiv ist, bleibt biologisch rund zehn Jahre jünger als die sitzenden Zeitgenossen.